Nicht nur das Gelbe vom Ei – Schokoladen- und Hühnereier auf dem Prüfstand
Zu Ostern sind Eier nicht mehr wegzudenken: Sie sind ein Symbol des Lebens und der Auferstehung. Wie ein Grab hält das Ei Leben in sich verschlossen, bevor neues Leben durch die Schale brechen kann.
Eier werden zu Ostern gerne verschenkt oder für die Kinder im Garten versteckt. Für die suchenden Kinder ein Spaß! Für die Kinder, die in der Kakaoproduktion für die Schokoladeneier und -hasen arbeiten, eher kein Spaß. Sie sind verschiedenen Risiken wie langen Arbeitszeiten oder gesundheitsschädlichen Chemikalien ausgesetzt. Und die Natur leidet ebenfalls, denn für Kakaoplantagen muss oft Urwald weichen.
Auch beim Hühnerei tun sich Probleme auf. Die größte Sorge ist dieses Jahr, ob die Eier wohl reichen: "Vor Ostern werden Eier knapp", titelt die Frankfurter Rundschau und der MDR fragt noch drastischer, ob "Ostern in Gefahr" ist – wegen des Eiermangels. Nicht etwa deswegen, weil Hühner in Massentierhaltung leiden oder weil das Problem der Entsorgung der weder eierlegenden, noch zum Mästen geeigneten männlichen Küken nicht gelöst ist.
Kurzum: Wenn man hinter die Kulissen blickt, kann oftmals vom Ei als "Symbol des Lebens" nicht mehr die Rede sein. Zu einem Symbol des Neubeginns und der Hoffnung wird das Ei dann, wenn niemand durch die Produktion zu Schaden kommt. Auch nach der Fastenzeit kann die Frage nach der Suffizienz gestellt werden: Wie viele Eier sind nötig? Wie viel Schokolade muss es sein? Die zweite Frage betrifft die Herkunft der Lebensmittel. Die gute Nachricht: Es gibt auch Alternativen. Gegen ein Freiland-Hühnerei vom Biobauern aus der Gegend ist nichts einzuwenden. Soll es Schokolade sein, garantiert ein fair gehandelter Osterhase den Ausschluss ausbeuterischer Kinderarbeit, faire Löhne für die Kakaobauern und langfristige Partnerschaften. Natürlich wäre es schön, wenn auch die leckere Lindt-Schokolade die genannten Kriterien erfüllt. Die Osteraktion 2025 von INKOTA ruft dieses Jahr wieder zum bundesweiten Osterhasenstreik auf. Schokoladenunternehmen sollen den Kakaobauern endlich faire Preise zahlen.
Wir laden Sie ein, mitzumachen und dieses Jahr "Eier des Lebens und der Hoffnung" zu verschenken.



